Im Jahr 1885 begann in der heutigen Lohmannstraße im Süden der Stadt der Bau eines umfangreichen Gebäudes, dessen 80 Meter lange Straßenfassade um drei hofseitige Flügel ergänzt wurde, die sich jeweils 30 Meter nach Süden erstrecken. Auf drei Etagen finden sich lange Fensterreihen, wobei die Ecken turmartig betont werden und ebenso wie der Risalit und das Obergeschoss rundbogige Fenster besitzen.
Das Herzoglich Anhaltische Landesseminar für Lehrerbildung bestand seit 1783 in Köthen. Im Jahr 1887 wurde der neue Standort eröffnet. Seitdem kam es zu mehrfach zu Umbenennung und Umnutzung: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es zu Deutschen Oberschule, nach dem Zweiten Weltkrieg zum Institut für Lehrerbildung Köthen, aus dem 1963 das Pädagogische Institut Köthen hervorging, welches 1974 den Zusatz Wolfgang Ratke erhielt und ab 1993 schrittweise in die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg integriert wurde. Seit 1997 wird das Gebäude von der Hochschule Anhalt genutzt. Es wurde zuletzt im Jahr 2021 saniert.